Probleme und Gefahren bei Piercings
Wird ein Piercing unter Beachtung der international anerkannten Material- und Hygienestandards gesetzt, und die Hinweise zur Pflege und Wundbehandlung beachtet, so wird es in der Regel zu keinen Komplikationen führen. Trotzdem ist das Setzten eines Piercings immer ein Eingriff am Körper, so dass Probleme nie ausgeschlossen werden können. Die Gründe hierfür sind mannigfaltig und auch nicht immer vorher abzusehen.
Ein Teil Probleme die bei oder nach dem Piercen auftreten, finden ihre Ursache in der mangelnden Ausbildung des Ausführenden und der unzureichenden Studiohygiene.
Mangelnde Hygiene begünstigt das Eindringen von Bakterien und Viren in den Wundbereich und erhöht die Gefahr von Infektionen, Abszessen oder gar einer Sepsis, einer Blutvergiftung mit Bakterien. Bei der Wahl des falschen Materials kann es darüber hinaus allergische Reaktionen geben. Zwar sind diese durch die Verwendung antiallergischer Materialien zur Herstellung von Piercingschmuck recht selten, dennoch gibt es einige Menschen, welche beispielsweise auf Edelstahl oder Titan reagieren.
Eine gewisse entzündliche Reaktion, allerdings ist als Bestandteil des körpereigenen Abwehrverhaltens durchaus normal. Auch können während der Abheilphase leichte Nachblutungen auftreten, welche in der Regel ebenso unproblematisch sind.
Das Auftreten anderer Komplikationen liegen wiederum im Verantwortungsbereich des zu Piercenden. Die vorherige Einnahme größerer Mengen Koffein, Alkohol, Drogen oder anderer Blut verdünnender Mittel kann zu Problemen bei der Blutgerinnung oder aber auch zu Kreislaufproblemen führen. Was recht häufig zu Komplikationen bei der Wundheilung führt, ist die falsche oder mangelnde Pflege des Piercings. Das seriöse Studio wird seinen Kunden umfassend über die Pflege beraten und möglichst Pflegehinweise in schriftlicher Form mitgeben, denn anders als bei Schnittwunden oder ähnlichen kann der Körper keine Kruste über der Verletzung bilden um so die Wunde vor dem Eindringen von Viren und Bakterien zu schützen. Gerade bei Intimpiercings ist bei einer nicht abgeheilten Wunde die Gefahr einer Ansteckung mit Hepatitisviren oder aber auch HIV vorhanden.
Auch unter Beachtung aller Regeln der Hygiene und Pflege, kann es beim oder auch nach dem Setzen des Piercings zu Komplikationen kommen.
Beim Piercen werden in der Regel kleinere Blutgefäße verletzt. Ein erfahrener Piercer wird in der Lage sein die großen Blutgefässe erkennen, ist aber generell auch nicht davor gefeit diese einmal zu treffen, was besonders bei Personen die Blut verdünnende Medikamente oder Ähnliches einnehmen, problematisch sein kann. Ähnliches gilt auch für Nervenbahnen. Es sind zwar keine bleibenden Schädigungen bekannt, die mit dem Setzen eines Piercings in Zusammenhang stehen könnten, allerdings ist auch gerade bei Augenbrauen- und Nasenpiercings ratsam, einen erfahrenen Piercer aufzusuchen, da gerade hier Ausläufer des Trigeminusnerv getroffen werden könnten, was extrem schmerzhaft ist.
Letztlich gibt es einige Formen des Piercings, welche von ihrer Natur her schon als problematisch angesehen werden können. Zum einen sind da die so genannten Oberflächenpiercings, welche einen parallel zur Körperoberfläche verlaufenden Stichkanal aufweisen. Bedingt durch die Spannung durch den Schmuck und die damit verbundene Reizung der Wunde, dauert die Verheilung recht lange. Der Großteil dieser Piercings wird noch einiger Zeit vom Körper abgestoßen. Ein weiteres, inzwischen recht bekanntes Problem, soll sich heutzutage angeblich durch die Verwendung geeigneter Schmuckmaterialien vermeiden lassen. Bei Piercings im Mundbereich kann es nach einiger Zeit, zu verschiedenen zum Teil schwerwiegenden Zahnschädigungen und Schädigungen des Kieferknochens kommen. Bei dem als Prinz Albert bekannten Intimpiercing, ist es wichtig die Materialstärke ausreichen dick zu wählen, da es ansonsten zu einer Subinzision, einer Verletzung der Harnröhre, führen kann