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Variationen von Piercings

Variationen von Piercings

Zur heutigen Zeit sind Piercings im Bild der Öffentlichkeit voll akzeptiert.
Waren vor einigen Jahren die Träger von Piercings als  Mitglieder irgendwelcher Randgruppen angesehen, so findet man inzwischen in sämtlichen gesellschaftlichen Schichten, Berufen und Altersgruppen Freunde dieser Form der Körpermodifikationen.
Während die meisten der heute gängigen Piercings breiten Bevölkerungsschichten bekannt sind, gibt es einige moderne Entwicklungen, die immer wieder neue Variationen hervorbringen und noch nicht die große Verbreitung erfahren haben.

Die inzwischen wohl am meisten verbreitete Variante ist das Dehnen der Stichkanäle.
Dies erfolgt in der Regel mit Hilfe speziellen Dehnschmucks, konisch gearbeiteten Stäben oder Sicheln, welche nach und nach und nach, über einen Zeitraum von Wochen und Monaten den Stichkanal weiten. Diese Variante ist in der westlichen Zivilisation erst vor einigen Jahren angekommen, wird allerdings schon seit Jahrtausenden bei verschiedenen Naturvölkern praktiziert und war auch schon in verschiedenen alten Hochkulturen, wie den Maya, den Indern und auch den alten Ägyptern bekannt. Das Dehnen sollte nur bei komplett ausgeheilten Piercings erfolgen. Zudem sollte, um eine Gewebeschädigung zu vermeiden, das Dehnen nur in sehr kleinen Schritten erfolgen, wobei eine Steigerung von maximal 1mm alle 6 Wochen nicht überschritten werden sollte. Eines der bekanntesten Piercings zum Dehnen ist das Lobe, das herkömmliche Ohrloch. Meist wird nach erfolgter Dehnung ein so genannter „Flesh Tunnel“, ein offener Kanal, welcher ein durchschauen durch das Ohrloch erlaubt, eingesetzt.

Eine andere Variante sind Oberflächenpiercings. Bei diesen verläuft der Stichkanal parallel zur Körperoberfläche. Durch diese Anordnung wird der Schmuck allerdings häufig vom Körper abgestoßen oder aber er wächst heraus. Beliebte Spielarten von Oberflächenpiercings sind das Korsettpiercing oder das Orbital. Beim Korsettpiercing werden mehrere Oberflächenpiercings in parallel zueinander verlaufenden Bändern angeordnet. Diese werden häufig nur temporär zu Conventions oder ähnlichem getragen.
Beim Orbital wird ein Schmuckstück durch mehrere, meist zwei, Stichkanäle gezogen.
Eine Besonderheit bei Oberflächenpiercings ist der so genannte „Dermal Anchor“.
Hier werden kleine Metallplatten in die hat implantiert. Der aus der Haut ragende Teil besitzt ein Gewinde, an welchem dann der Schmuck angeschraubt wird.

Eine weitere, aus Asien stammende Art ist „Suspension“ hierbei wird der Körper in einer bestimmten Weise mit Haken gepierct  und aufgehängt. Ist dies in den Herkunftsländern Teil religiöser Riten, so wird Suspension im westlichen Kulturkreis überwiegend auf Conventions dargestellt und dient in erster Linie der Selbsterfahrung.
Beim Genital Beading werden Kugel oder Stabimplantat im Schaftbereich des Penis unter die Haut implantiert.
Lediglich temporärer Natur sind die so genannten Play Piercings, welche Teil von BDSM Praktiken sind. Zum einen lassen sich an den Piercings Ketten und Bänder befestigen, welche zur Fixierung im Rahmen von Bondage notwendig sein können. Ein weiterer Grund neben dem visuellen Reiz des Fetischs, ist häufig die Erfahrung von Lustschmerz.